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Artikel im Beginen-Hof-BlattIst die Frauenbewegung tot?

Artikel Beginen • Hof • Blatt Nr. 10 vom Februar 2007 (Mitteilungsblatt des Projekt Beginenhof Bremen)

Entgegen vielen Behauptungen konnte ich das Gegenteil feststellen. Zum 11.11.06 um 11 Uhr war ich eingeladen zum Stiftungsfest der „Aufmüpfigen Frauen" und zur erstmaligen Preisverleihung dieser Stiftung im Dortmunder Rathaus; sie wurde gegründet von Frau Prof. Dr. Sigrid Metz-Göckel. Etwa 500 Frauen und einige Männer waren eingeladen worden. Etliche Begrüßungs-, Lobes- und Dankesreden wurden von Frauen für Frauen gehalten. Auch Alice Schwarzer sprach kurz und eindrucksvoll zum Thema „Frauen, Geld und Macht." Die Preise erhielten: Gudrun Koch, (z.Zt. Berlin, Kulturmanagerin mit internationalen Verbindungen) und Ayla Neusei (gebürtige Türkin, Vizepräsidentin der GHS Kassel, Präsidentin der Internationalen Frauenuniversität „Technik und Kultur", Expo Hannover). Ayla Neusel ist in unzähligen Beiräten und Kuratorien tätig. In den Pausen spielte eine flotte Frauen-Band und eine kesse Kabarettistin gab ihre Kommentare ab zur derzeitigen Situation von Frauen. Danach lockte ein üppiges Büffet und an festlich gedeckten Tischen gab es gute Gespräche mit alten und jungen Frauen über Berufserfahrungen, Arbeitslosigkeit und Studium.

Die Dortmunder FAD (Frauenaktion Dortmund) war Ende der 70er Jahre eine wichtige Ideengeberin für die Organisation der ersten Frauenwoche an der Uni Bremen (1982). - Abends gab es noch ein privates Treffen der Dortmunder FAD-Frauen, es wurden Erinnerungen ausgetauscht zu Aktionen vor 25 Jahren, (z.B. gegen §218). Für mich war das Treffen in Dortmund ein sehr belebendes Wochenende.

Inzwischen scheint es selbstverständlich zu sein, dass ein Ereignis wie dieses Stiftungsfest in einem städtischen Rathaus gefeiert wird. Meine Gedanken schweifen zurück zum Beginn der 80er Jahre. Zur Vorbereitung der ersten Frauenwoche der Uni Bremen mussten sich Frauen mit Regierungsstellen kämpferisch auseinandersetzen. Wir hatten uns in den Kopf gesetzt, die erste Frauenwoche im Bremer Rathaus zu feiern, was nach vielen Diskussionen endlich „genehmigt" wurde. Im altehrwürdigen Bremer Rathaus rollten wir die Teppiche auf und es wurde wild getanzt - eine schöne Erinnerung! Die Stiftung Aufmüpfiger Frauen fördert Frauen, die aus eigener Kraft etwas Originelles geleistet haben, das dem feministisch verstandenen Gemeinwohl dient. Es geht ihr um die Unterstützung von starken und mutigen Frauen, die gegen den Strom schwimmen können und Potenziale von Frauen repräsentieren. Die Stiftung hat eine wertschätzende Haltung gegenüber dem Feminismus und möchte ihm in unserer Gesellschaft Anerkennung verschaffen.

Renate Rochner

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