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Artikel in Westfälischen NachrichtenAufmüpfigste Frau Polens geehrt

Artikel externer Link Westfälische Rundschau am 15.11.2008 von Silke Hoock

Dortmunder Stiftung verlieh Preis an Dr. Slawomira Walczewska - Gesine Schwan hielt Festvortrag

In Polen ist sie so bekannt wie Alice Schwarzer hierzulande. Ebenso engagiert, schlägt sie allerdings leisere Töne an. Gestern wurde ihr Engagement gewürdigt. Die polnische Frauenaktivistin Dr. Slawomira Walczewska erhielt den mit 3000 Euro dotierten Preis der Dortmunder Stiftung „Aufmüpfige Frauen". Beglückwünscht wurde sie von Gesine Schwan, Kandidatin für das Bundespräsidialamt.

Warum eine Dortmunder Stiftung eine Polin ehrt, beantwortete Stiftungsgründerin Prof. Dr. Sigrid Metz-Göckel: "Polen und das Ruhrgebiet haben eine Gemeinsamkeit. Die Stiftung möchte international wirken." Und mit der Preisträgerin eine Frau würdigen, die mutig, unkonventionell gegen patriarchalische Strukturen angeht, einfach „aufmüpfig" ist. Gesine Schwan lobte die Preisträgerin: „Sie ist eine Frau, die in einer kulturell schwierigen Umgebung viel bewegt". Die SPD-Politikerin, die bis vor drei Wochen Präsidentin der Universität Viadrina in Frankfurt/Oder war und polnisch parlierte, lobte die Stiftung und eine aktive Zivilgesellschaft: „Es ist längst nicht so, dass alle Menschen so etwas gut finden. Eine Zivilgesellschaft betrachten viele als Sand im Getriebe."

Die im Rathaus vor 180 geladenen Gästen geehrte Walczewska - darunter Landtagspräsidentin Regina van Dinther und Konsulin Marzena Korzeniecka - gründete in Krakau ein Frauenzentrum, war Redakteurin der ersten feministischen Zeitschrift Polens, ist Autorin bekannter Schritten und und und....

Prof. Dr. Gesine Schwan (l.), Präsidentin a.D. der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder und Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin, hielt eine festliche Ansprache auf die preisgekrönte „aufmüpfige Frau": Dr. Slawomira Walczewska   (Vahlensieck)

„Wir gehören der EU an, haben aber kein Gleichstellungsgesetz. Es ist eine Schande. Die Regierung hat Probleme, sich mit Frauenfragen auseinanderzusetzen", erklärte Laudatorin Prof. Dr. Bozena Choluj. Die Konsequenz: Diskriminierung. Die Frauen in Polen verdienten im Durchschnitt 24 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, die Arbeitslosigkeit unter Frauen sei am höchsten. In Polen gebe es keine Gleichstellungsbeauftragten in den Städten. Zum Int. Frauentag habe die Regierung den Frauen eine Gleichstellungsbeauftragte geschenkt". Doch die habe keinen Etat, keine Mitarbeiter und könne nichts bewirken.

Dass Polen das restriktivste Abtreibungsgesetz der EU hat, treibt Frauenrechtlerin Dr. Slawomira Walczewska um. „Die Frauen sind nicht selbstbestimmt, sondern abhängig von Staat und Kirche", kritisierte die Philosophin den Einfluss der katholischen Kirche. Wie wenig Polen mit Feminismus oder Gleichstellung am Hut hat, verdeutlicht auch dieser Satz der Geehrten: „Diese Preisverleihung wäre im Krakauer Rathaus undenkbar. Für mich ist heute ein großer Tag."

FAKTEN

Originell und für das Gemeinwohl

  • Die im Jahre 2006 gegründete Stiftung „Aufmüpfige Frauen" ist eine gesellschaftspolitische Stiftung. Sie unterstützt Frauen, die aus eigener Kraft etwas Originelles geleistet haben, das dem Gemeinwohl dient.
  • Sie tritt für eine wertschätzende Haltung gegenüber dem Feminismus ein.
  • Die Stifterin Prof. Dr. Sigrid Metz-Göckel war drei Jahrzehnte lang Professorin an der Universität Dortmund. Sie hat diese Stiftung lange vorbreitet und Ersparnisse und weitere Spendengelder in die Stiftung investiert. Der Preis der Stiftung wurde erstmals im Jahre 2006 verliehen. Damals hielt Alice Schwarzer den Festvortrag.

siehe weitere Pressestimmen,
Preisverleihung 2008

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