Vorstand

Würdigung Hannelore Weihert (05.07.1929 - 08.03.2011)

Hannelore WeihertTraurig und erschrocken über ihren unerwarteten Tod müssen wir uns von einer ungewöhnlichen, selbständigen Frau verabschieden, die von der ersten Stunde an im Verein und im Vorstand der Stiftung mitgewirkt hat.

Hannelore Weihert war eine Frau der ersten Stunde, die von Anfang an hoch aktiv für die Stiftungsgründung und dann im Stiftungsvorstand mitgearbeitet hat und konsequent die Arbeiten vorangetrieben hat. Als Verwaltungsfachfrau hat sie den Vorstand beraten und die organisatorischen Angelegenheiten mit Bravour, zügig und kompetent durchgeführt. Sie war ein Vorbild und Organisationstalent. Insbesondere das ganze Einladungsgeschäft für die großen Feiern der Preisverleihungen im Rathaus und alles Drum herum hat sie wunderbar gemanagt. Wir vermissen sie sehr.

Eine Pionierin war Hannelore Weihert ohne Zweifel, eine selbständig und zugleich standhafte, eine konsequente und unabhängige, eine offene und vorurteilslose, eine strenge und vernünftige, eine bewegliche und freundliche Frau, eine aufmüpfige Frau par excellence. Sie gehört zu den ersten Frauen in Dortmund, die die Frauenaktion (FAD) Dortmund gegründet hat.

Ungewöhnlich war sie in ihrer sozialen Kompetenz, in der Art und Weise, wie sie sich in höchst unterschiedlichen sozialen, politischen und persönlichen Kontexten bewegte, mit Senioren von der Post, mit Freundinnen beim Kartenspielen, im Vorstand der Stiftung „Aufmüpfige Frauen“, mit Politiker/innen und Künstler/innen, Beamten und Selbständigen.

Selbständig war sie in ihrer politischen Ausrichtung. Als eine in der Wolle gefärbte autonome, durch und durch politische Frau gehörte sie keiner Partei an, aber unterhielt persönliche Beziehungen zu Personen unterschiedlicher Parteien.

Eine unabhängige Haltung nahm sie gegenüber religiösen Auffassungen ein. Sie hat schon früh islamische Länder bereist und hatte zum Islam eine aufgeklärte informierte Beziehung. Sie konnte vortrefflich differenzieren, fein Abstand halten, aber sich auch heftig engagieren und dabei ärgerlich bis wütend werden. Ihre Reiselust zog sie  in viele möglichst fremde Länder, Wüsten und Savannen, Kultur und Natur, Iran, Oman, Türkei Usbekistan und Turkmenistan, Lybien und Syrien, Frankreich in allen Winkeln und Regionen, von anderen europäischen Ländern wie Spanien ganz zu schweigen.

Sie ignorierte alle Vorurteile, seien es politische, kulturelle und sexistische. Souverän plante sie ganz unbescheiden die größten Veranstaltungen und hat sich als Frau Männern nie unterlegen gefühlt. Sie konnte öffentlich reden und ungeschminkt kritische Positionen als Bürgerin vertreten.

Sie ignorierte auch den Familienstand. Als ganz moderne ältere Single hatte sie so viele Freundinnen und Bekannte, dass sie jeden, die oder der in Partnerschaft lebt, in den Schatten stellte. Man könnte meinen, sie hätte den Status der Single überhaupt erfunden, so eingebunden und vernetzt lebte sie.

Zwar lebte sie allein, aber sorgte ständig für andere. Darunter  auch für die Stiftung „Aufmüpfige Frauen“, die ihr ganz viel verdankt  an Weit- und Überblick, an präzisier Arbeit und Kontakten und eine Zuverlässigkeit gepaart mit Sorgfalt und Kreativität, die Ihresgleichen sucht.

Der Tod bedeutet nicht das Ende, er bedeutet ein Weiterleben in Erinnerungen, Bildern und Gedanken, vor allem in Gesprächen und Reden über Hannelore. So wird auch Hannelore uns immer weiter in unseren Aktivitäten und Mußestunden begleiten und darin weiterleben als autonome, selbständig Frau und außergewöhnlich beindruckende Freundin. Das Buch von Hanne Hieber (Hg): „Wir wollten die Welt verändern“, erschienen im Ingrid Lessing Verlag, Dortmund 2011 ist ihr gewidmet und enthält ein Portrait von ihr.

Für den Vorstand der Stiftung:
Sigrid Metz-Göckel

Traueranzeige Hannelore Weihert

Trauerfeier Hannelore Weihert

Trauerfeier Hannelore Weihert

Trauerfeier Hannelore Weihert

Trauerfeier Hannelore Weihert

Trauerfeier Hannelore Weihert

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